FFW – Aktuell

Feuerwehr Lisdorf – Jahresrückblick 2018

Von Christoph Jenal

Im vergangenen Jahr wurde im Löschbezirk Lisdorf wieder eine Blockausbildung zum Thema „Brandbekämpfung in Gebäuden“ durchgeführt. Diese Ausbildungsreihe bestand aus vier Terminen, die zusätzlich zum regulären, wöchentlichen Übungsdienst angeboten wurden. Ziel der Blockausbildung war es, die Grundlagen für die Brandbekämpfung in Gebäuden aufzufrischen und zu üben. So bestand jeder Termin zunächst aus einem kurzen theoretischen Teil, in dem die Grundlagen aus dem Aus- und Fortbildungskonzept „Atemschutz“ der Freiweilligen Feuerwehr Saarlouis noch einmal dargestellt wurden. Anschließend wurden diese Grundlagen praktisch geübt bzw. demonstriert. Im Rahmen der einzelnen Termine wurden auch immer wieder neue Ideen betrachtet und diskutiert, ob diese für den Löschbezirk einen einsatztaktischen Mehrwert bringen würden. So konnte z.B. das Schlauchmanagement mit der sog. „7-2-Go-Methode“ verbessert werden.

Insgesamt kamen an den 4 Terminen rund 350 Ausbildungsstunden zusammen. Dazu kommen ca. 100 Stunden Vorbereitung für die Ausbildungseinheiten wie Ausarbeiten der Szenarien, Erstellen von Gefährdungsbeurteilungen und Ausbildungsunterlagen sowie das Bauen von Modellen für die Kleinmaßstabsversuche.

Die Ausbildung gliederte sich in folgende Blöcke, die nachfolgend näher beschrieben werden:

Grundlagen zu Bränden in Gebäuden – Kleinmaßstabsversuche

Aufbauend auf der theoretischen Ausbildungseinheit „Den Brand Lesen“ in den Wintermonaten 2017 begann die Ausbildungsreihe am 14.04.18 mit Versuchen an Kleinmodellen, um die physikalischen Grundlagen zu Bränden in Gebäuden anschaulich zu erklären. Hierbei lag der Fokus auf dem Brandverlauf, der Branddynamik (speziell den Strömungspfaden) und dem „Lesen“ des Brandrauchs.

Für diesen Block wurden zwei Kleinmaßstabsmodelle in Eigenleistung hergestellt: Ein Raummodell aus Holz mit einer Sichtscheibe und ein Gebäudemodell aus Holz mit vier Zimmern und einem Dachboden nach den Plänen von Captain Matt Palmer, Stamford Fire Department, CT, USA („Palmers Dollhouse“).

Im ersten Versuch, wurde mit dem Raummodell der typische Brandverlauf in Räumen simuliert. Durch die Glasscheibe konnte so u.a. beobachtet werden, wie sich die Rauchschicht im Raum aufbaut und sich die Schwerkraftströmung und die neutrale Ebene einstellen. Durch gezieltes Öffnen von Ausschnitten in den Seitenwänden und der Raumdecke konnte der Brandverlauf in Abhängigkeit verschiedener Ventilationsszenarien beobachtet werden und verschiedene Phänomene der extremen Brandausbreitung simuliert werden.

Im zweiten Versuch wurde mit dem Gebäudemodell die Brandentstehung und –ausbreitung in einem Gebäude simuliert. Auch hier konnte der Brand im Modell mit einem gezielten Öffnen und Schließen einzelner Außen- und Innenöffnungen gesteuert werden, wodurch sich die Brandausbreitung und die Branddynamik bei einem Gebäudebrand eindrucksvoll simulieren ließen. Insgesamt konnten so die Strömungspfade visualisiert, die Zustandsänderungen des Rauches (Volumen, Dichte, Geschwindigkeit/ Druck, Farbe) im Verlauf der Simulation beobachtet und die Brandphänomene Rauchexplosion (backdraft), Raumdurchzündung (flashover) und Rauchdurchzündung (rollover) simuliert und praxisgerecht erklärt werden.

Brandbekämpfung im Innenangriff

Der zweite Block der Ausbildungsreihe fand unter dem Überbegriff Brandbekämpfung im Innenangriff statt und beinhaltete die Themen Löschmethoden und –taktik, Vorgehen im Innenangriff, Schlauchmanagement sowie Hygiene und Regenration im Brandeinsatz. Um diesem komplexen Thema ausreichend Zeit beizumessen, wurde am 17.05.18 eine Tagesausbildung in einem feststoffbefeuerten Brandhaus durchgeführt.

Zu Beginn wurden die Grundlagen der einzelnen Themen noch einmal besprochen und dabei u.a. folgende Fragestellungen aufgegriffen: Welche Strahlrohreinstellungen für welche Art der Brandbekämpfung? Wie gehe ich im Innenangriff vor? Wie sieht die Türprozedur aus? Welche Arten der Schlauchvornahme gibt es und welche Vor- und Nachteile ergeben sich aus diesen?

Anschließend wurden die Grundlagen durch alle Teilnehmer praktisch geübt.

Nachdem die Grundlagen aufgefrischt waren, wurden das Übungsfeuer im Brandhaus entzündet und Angriffsübungen in Gruppenstärke durchgeführt. Hierbei lag der Fokus auf der korrekten Vorgehensweise und dem korrekten Durchführen der Maßnahmen im Innenangriff und außerhalb des Gebäudes. Während und nach den Übungen wurde auch das wichtige Thema Hygiene und Regeneration bei Brandeinsätzen aufgegriffen und den Teilnehmern nähergebracht.

Anmerkung: Für die Übung in dem Brandhaus wurde eigens eine ausführliche Gefährdungsbeurteilung erstellt, auf deren Grundlage die Schutzmaßnahmen für die Übung festgelegt und dokumentiert wurden. Vor der Übung wurden alle Teilnehmer auf Basis der Gefährdungsbeurteilung unterwiesen.

Suchen & Retten

Im vorletzten Block beschäftigten wir uns am 22.12.18 mit dem Thema Suchen und Retten im Innenangriff, wobei der Fokus auf dem Suchen von Personen lag. Nach einem kurzen Theorieteil zu den Grundlagen der Personensuche wurden verschiedene praktische Übungen in verrauchten Räumlichkeiten durchgeführt. Schwerpunkte waren hierbei die Orientierung im Gebäude bzw. in der Wohnung, die korrekte Vorgehensweise mit der Rückwegsicherung sowie die Kommunikation im Trupp, mit anderen Trupps und nach draußen zum Einheitsführer.

Atemschutznotfallmanagement

Im letzten Block der Ausbildungsreihe wurde am 29.12.18 das Thema Atemschutznotfallmanagement behandelt. In einem Theorieteil wurden zunächst die Ursachen für Atemschutzunfälle behandelt. Hierbei gingen wir auf ausgewählte tödliche Atemschutzunfälle der letzten 20 Jahre ein: Was war damals passiert und was können wir daraus lernen? Anschließend wurden die Grundlagen für den Einsatz des Sicherheitstrupps, die verschiedenen Rettungsverfahren sowie das Verhalten bei Notfällen besprochen.

Im Anschluss an den Theorieteil wurden zwei Szenarien aus der Ausbildungsempfehlung „Atemschutz-Notfalltraining“ von Atemschutzunfaelle.eu vorbereitet: Zum einen das „Hamburger Roulette“ bei dem es Ziel ist, den verunfallten Atemschutztrupp anhand seiner Rückwegsicherung aufzufinden, die Lage zu beurteilen und anschließend zu retten.

Zum anderen ein verunfallter Atemschutztrupp im Kellerbereich. Hierbei besteht die Herausforderung, unter Nullsicht in sehr engen Räumlichkeiten zu arbeiten und den verunfallten Atemschutzgeräteträger die Kellertreppe hinauf zu retten.

Ausblick auf 2019

Die Ausbildungsreihe fand bei den Kameradinnen und Kameraden des Löschbezirks großen Anklang. Alle Teilnehmer waren hoch motiviert.

Zudem ist der Zugewinn an Routiniertheit und Sicherheit beim Vorgehen unserer Atemschutzgeräteträger auch in aktuellen, realen Einsätzen bereits deutlich zu erkennen.

Dies bildet die beste Basis dafür, die Ausbildungsreihe in 2019 fortzuführen und mit neuen Schwerpunkten weiter auszubauen.

An dieser Stelle sei allen Kameradinnen und Kameraden gedankt, die bei der Vorbereitung und Durchführung der Ausbildungsblöcke mitgewirkt haben und so zur Qualität der Ausbildung beigetragen haben. Ein besonderer Dank gilt hierbei Alexander Jenal für das Bauen der Modelle für die Kleinmaßstabsversuche.

Freiwillige Feuerwehr Lisdorf stellt sich vor

Logo Feuerwehr Lisdorf

Der Löschbezirk Lisdorf der Freiwilligen Feuerwehr Saarlouis, mit seiner fast 200-jährigen Geschichte, ist neben den Löschbezirken Innenstadt, Ost und West ein weiterer Garant für Brandschutz und Sicherheit in der Stadt Saarlouis.

Das hauptsächliche Einsatzgebiet des Löschbezirkes hinsichtlich Brandschutz und Technischer Hilfe deckt sich weitestgehend mit den Gemarkungsgrenzen des Stadtteils Lisdorf. Dieser ist mit einer Fläche von 1.071 ha (24,76% des Stadtgebietes) der flächenmäßig größte Stadtteil von Saarlouis. Die Fläche im Stadtteil Lisdorf wird zum größten Teil landwirtschaftlich, wie z. B. in der Lisdorfer Aue, genutzt. Die Einwohnerzahl beträgt rund 3.600, weswegen Lisdorf zu den bevölkerungsärmeren Stadtteilen zählt.

Aber Lisdorf ist auch ein Stadtteil im Wandel. So haben sich in den letzten Jahren mehr und mehr Gewerbebetriebe und Einzelhändler in Lisdorf angesiedelt, sodass die Bebauung und das damit einhergehende Risiko und die Anforderungen aus brandschutztechnischer Sicht immer mehr stiegen. Ein Beispiel hierfür ist das Gewerbegebiet „Im Hader“, und der „Lisdorfer Berg“ das für ein Industriegebiet mit einer Fläche von ca. 390 ha erschlossen und bereits teilweise bebaut wurde. So haben sich mittlerweile einige Namhafte Firmen im neuen Gewerbegebiet niedergelassen und weitere Bebauungen stehen bereits in Planung.

Neben dem Brandschutz und der Technischen Hilfe im eigenen Einsatzgebiet, zu dem auch Teilstücke der Autobahn A 620 oder Bundesstraßen wie der B 51 und B 269Neu zählen, ist der Löschbezirk Lisdorf für die Wasserrettung im gesamten Stadtgebiet von Saarlouis zuständig. Hierzu zählen rund 9 Kilometer der Saar sowie mehrere stehende Gewässer, wie etwa die Saaraltarme und der Saarhafen in Roden. Außerdem beteiligt sich ein Teil der Lisdorfer Kameraden auch am gesamtstädtisch gebildeten ABC-Zug des Landkreis Saarlouis.

Neben dem regulären Einsatzdienst einer Freiwilligen Feuerwehr liegt ein weiterer Schwerpunkt der Lisdorfer Wehr in der Öffentlichkeitsarbeit. Ob beim alljährlichen Maibaumsetzen, dem “Tag der offenen Tür” oder bei Übungen und der Brandschutzerziehung in Schulen und Kindergärten, die Männer und Frauen des Löschbezirkes sind immer präsent.

Auch die Nachwuchsförderung und Ausbildung sind in unserem Löschbezirk ein wichtiger Eckpfeiler. So gibt es neben unserer Jugendfeuerwehr, die bereits seit über 52 Jahren ein fester Bestandteil unserer Wehr ist, auch unsere erst im Jahr 2018 neu gegründete Kinderfeuerwehr, bei der bereits Kinder ab sechs Jahren spielerisch auf das Thema Feuerwehr und Ehrenamt vorbereitet werden.

Somit leistet die Freiwillige Feuerwehr über ihre Einsatzbereitschaft bei Unglücks- und Katastrophenfällen hinaus, auch einen entscheidenden Beitrag zum öffentlichen Leben in Lisdorf.

Und die Zukunft?

  • Ehrenamt ist unverzichtbares Fundament der Feuerwehr
  • Ehrenamt in der Feuerwehr ist ABSOLUT unentgeltlich
  • Nachwuchssicherung unter anderem über Jugend- und Kinderfeuerwehren
  • EINZIGE kommunale hoheitliche Aufgabe in ehrenamtlicher Hand
  • Sicherung des Ehrenamtes (Demografie)
Einsatzstatistik:

Im Durchschnitt wird der Löschbezirk Lisdorf, zwischen 80 und 100 mal im Jahr zu Einsätzen alarmiert. Aktueller Stand vom 31.12.18 liegt bei 106 Einsätzen, mit etwa 1180 geleisteten Einsatzstunden.

Dabei wurden insgesamt 36 Menschen gerettet und 1 Mensch musste leider tot geborgen werden.

Für Übungen, Ausbildung, Seminare und Brandschutzerziehung wurden insgesamt ca. 3000 weitere Stunden aufgebracht.
Im Jahr 2021 feiert unser Löschbezirk sein 200-jähriges Jubiläum.

Deshalb bitten wir unsere Lisdorfer Mitbürger um Ihre Mithilfe.

Vielleicht befinden sich noch alte Dokumente und Bilder in Ihrem Besitz, dem sie dem Löschbezirk Lisdorf zur Verfügung stellen möchten?

Diese werden dringend zur Aufarbeitung der Geschichtlichen Dokumentation gesucht. Wenn gewünscht, können diese zurück oder zur Aufbewahrung, in unser liebevoll betreutes Feuerwehrmuseum, gegeben werden.

Ansprechpartner hierzu ist unser:
Löschbezirksführer  Albert Bernard,
Telefon: 06831/46502, 01747755716
Mail: InfoFFW@lisdorf.de

Die Mannschaft des Löschbezirkes Lisdorf im September 2010 Foto: Fotografie Prisma

Weihnachtsfeier vom 16.12.2018

Von Michael Wiltz

Am letzten Sonntag fand in den Räumlichkeiten der Feuerwehr Lisdorf, die jährliche Weihnachtsfeier der Aktiven Wehr, der Ehrenwehr, sowie der Jugend-und Kinderfeuerwehr statt. Zahlreiche Eltern, Kinder und Feuerwehrangehörige folgten der Einladung des Löschbezirksführers.

Gegen 16:30 Uhr begann die Feier mit einer kleinen Begrüßungs-und Dankesrede. Die Löschbezirksführung freute sich, dass so viele der Einladung gefolgt sind um einen schönen Nachmittag in der Feuerwehr zu verbringen.

Jetzt gab es erst mal selbstgebackene Plätzchen, selbstgebackenen Kuchen, belegte Schnittchen, Kaffee und Kakao für alle. Im Anschluss wurde zusammen mit Instrumentaler Unterstützung von Peter, Andreas, Steven und Johanna einige Lieder gesungen.

Gegen 17:30 Uhr war es dann endlich soweit, der Nikolaus stand vor der Tür. Nun wurden die Kinder und Jugendlichen sehr still und hörten aufmerksam zu, denn der Nikolaus erzählte eine kleine Geschichte über sich selbst. Im Anschluss rief der Nikolaus jedes Kind und jeden Jugendlichen einzeln zu sich, sprach mit ihnen und übergab jeden eine kleine Überraschungstüte.

Nachdem alle Kinder und Jugendlichen glücklich und zufrieden waren, wurde der Nikolaus mit einem Gedicht und einem Lied verabschiedet. Danach ließen alle gemeinsam den Tag ausklingen mit leckerer Feuerzangenbowle und Glühwein. Alle waren sich einig, dass es eine sehr schöne und besinnliche Feier war.




Tag des Ehremamtes

Wusstet ihr…

… das der 5. Dezember der Internationale Tag des Ehrenamtes ist?

Der Tag rückt die Bedeutung des Ehrenamtes für die Gesellschaft in den Fokus. In Deutschland gibt es zum Beispiel rund 1.000.000 freiwillige, also ehrenamtliche Feuerwehrleute, aber „nur“ knapp 30.000 Berufsfeuerwehrleute.

Ehrenamt ist damit nicht nur in diesem Bereich eine der starken Säulen unseres Zusammenlebens.

Ehrenamt ist unverzichtbares Fundament der Feuerwehr

Ehrenamt in der Feuerwehr ist ABSOLUT unentgeltlich

https://www.facebook.com/HelfenKannJeder/videos/322729875216645/

Danke an alle Ehrenamtliche!

Danke an die vielen Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren, die Helferinnen und Helfer des technischen Hilfswerks, die Ehrenamtlichen beim Deutschen Roten Kreuz, den Johannitern, den Maltesern, der Deutschen Lebensrettungsgeselllschaft, der Seenotrettung DGzRS, der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft und in unzähligen anderen Organisationen und Vereinen!

Ohne die vielen Frauen und Männer, die in Deutschland ein Ehrenamt ausüben … wäre unser Land um vieles ärmer und unser Gemeinwesen so nicht denkbar. (Helmut Kohl)

 

zusammen mit lisdorf.de